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Ah ah ah ah ah ah, there’s something in the water, something in the water…

Am Morgen rufe ich bei Whale Watch Kaikoura an. Leider sind alle Touren am Vormittag bereits voll. Ich reserviere also einen Platz für 13.15 Uhr und mache mich zu Fuss auf den Weg ins Dorfzentrum um ein paar Einkäufe zu tätigen. Auf dem Rückweg komme ich auf dem Campingplatz mit einer Dame ins Gespräch , die sich den Finger in der Autotüre eingeklemmt und sich dabei den Fingernagel ausgerissen hat. Da sie und ihr Mann nach Christchurch zurück fahren um ihren Hausarzt zu sehen, erbe ich seinen Platz bei Whale Watch um 11.00 Uhr. Ich werde von einem älteren Ehepaar aus Australien begleitet. Die zwei Paare hatten sich zwei Abende zuvor auf dem Campingplatz angefreundet. Die Tour ist genial. 3 Pottwahle, etwa 100 Delphine, diverse Robben und Vögel sind zu sehen und das Wetter ist perfekt. Trotz den Magen-Tabletten muss ich mich aber zwischendurch mal hinsetzen. Gut, dass ich nichts gegessen habe ;-) . Mit fotografieren bin ich nicht so erfolgreich. Bei der zweiten Fluke ist die Speicherkarte voll und bei der dritten bin ich etwas zu früh mit dem Auslöser und bis die Kamera wieder ready ist, ist der Wahl auch schon getaucht. Schnief! Ich gebe meinen australischen Reise-Gspändli später meine Mailadresse. Sie haben versprochen, mir ein paar gute Aufnahmen zu schicken. Die zwei nehmen mich dann mit zu einem Wasserfall. Dies ist ein Insider Spot. Es wird nicht gross darum geworben, aber ich bin so froh, dass ich die zwei getroffen habe und dadurch auf diesen Ort gestossen bin. Etwa 20 bis 30 Robbenbabys (etwa 3 Monate alt) planschen und spielen vergnügt in diesem Flussbett und unter dem Wasserfall. Man darf die Tiere natürlich nicht berühren, aber eine Robbe kommt bis auf 40cm an mich heran. WOW, der Ort haut mich echt um. Nie hätte ich gedacht, dass Robben flussaufwärts ihren Kindergarten einrichten. Ein tolles Erlebnis ohne Zäune oder Mauern. That’s what I call Wildlife. Als wir uns endlich los reissen können, darf ich nicht zurück sehen, sonst kommen wir hier nie weg. Zurück in Kaikoura verabschiede ich meine zwei Begleitern und mache mich ans kochen. In der Küche sehe ich Nadine wieder, wir hatten uns auf dem Campingplatz schon gekreuzt, am Vorabend die benachbarten Sofas in der TV Lounge in Beschlag genommen und sie war auf der gleichen Bootstour heute. Sie ist Waliserin und wir finden sofort ein paar Gesprächsthemen (Bücher, Filme, Schauspieler, Reiseziele). Wir “verabreden” uns für einen Filmabend in der TV Lounge. Es wird ein gesprächiger Abend und wir werden versuchen, in Kontakt zu bleiben. Da ist Facebook doch mal zu was nütze.

Via SH 6 & 63 geht’s nach Blenheim. Ein wunderschöner Indian Summer erwartet mich auf der Strecke und ich bin etwas verwundert, wieso mein Reiseführer die Gegend fast vollends ausklammert. Mir gefällt’s auf jeden Fall. Ausserdem gibt’s hier gaaaaanz lange gerade Strassenabschnitte, die man eigentlich guten Gewissens mit 100kmh (erlaubte Höchstgeschwindigkeit in NZ) befahren kann. Übertreiben sollte man es aber nicht. Ich bin froh, dass ich “nur” 90 fahre, als ich zwischen einem Opossum und einem Kätzchen einen improvisierten Slalom hinlegen muss. Dass ich das Opossum nicht überfahren habe, sollte ich aber nicht zu laut herum posaunen. Die Tierchen sind eine Plage in Neuseeland und die Einheimischen begrüssen daher jedes platt gefahrene Exemplar. Anyway, aufgetankt geht es in Blenheim auf den SH 1 nach Kaikoura. Die Strecke kenne ich schon und überrascht mich daher nicht mehr. Trotzdem sind die küstennahen Streckenabschnitte immer ein Highlight. Heisse Dusche, heisses Curry und 2 Filme in der TV-Lounge. Gute Nacht !

Der Weg ist das Ziel, nicht wahr? Und heute ist es ein kurvenreicher obendrein. Auf der Tukaka Hill Road (http://www.stuff.co.nz/life-style/motoring/great-nz-roads/6362427/Top-10-NZ-roads-Number-3) geht es nur im Schneckentempo aufwärts. Gefühlte 1000 Kurven und ein paar Haarnadeln. Und da “muss” ich heute 2 Mal durch… Zudem gibt es hier das einzige Marmorvorkommen auf Neuseeland. An mehreren Aussichtspunkten lässt sich die schöne Gegend geniessen. Auf dieser Strasse kann man nämlich schlichtweg nicht träumen und umherschauen. Ist man erst mal auf der Ebene (vor Takaka), geht das dann wieder besser. Zuerst fahre ich an den Pohara Beach. Da hab ich aber schon schönere gesehen. Auf dem Rückweg geht’s in Clifton zum “The Grove”. Ein Kalkhorst, der langsam von der lokalen Fauna überwuchert wird. Ein toller Lookout ist das i-Tüpfelchen auf dem 20-minütigen Rundlauf. Schon toll, was die Natur so alles hervorbringt. Weiter geht’s zu den Pupu Springs. Ein heiliger Ort für die Maori. Nach 30 Minuten hat man den Loop abgelaufen. On the road again geht es Richtung Farewell Spit. Alleine die Anreise lohnt sich. Ich bin am überlegen, ob ich hier auf einem der Campingplätze einkehren soll oder nicht, entscheide mich aber dann doch dagegen. Denn trotz der schönen Landschaft ist es mir echt zu windig hier. Leider ist der Lookout beim Visitor Center nicht so hoch, dass man den Spit wirklich sehen könnte, aber erahnen lässt er sich allemal. Für eine längere Tour vor Ort oder einen Abstecher an den bekannten Wharariki Beach habe ich leider keine Zeit mehr. Es ist schon 3 Uhr und der Rückweg dauert mindestens 2,5 Stunden. Um 6 ist die Sonne so gut wie verschwunden und dann möchte ich nicht mehr auf dem Zick-Zack Kurs sein. Müde kehre ich in meinen Stammcampingplatz zurück und schreibe diese Zeilen. Und morgen… I’ve no idea yet.

In Kaiteriteri heisst es ab in’s Seashuttle Boot. Die Reise geht bis zum Totaranui Beach hoch. Auf dem Weg hoch sehen wir unter anderem den Split Apple Rock, Adele Island, Robben, die verschiedensten Vögel und ganz viele kleine und ein paar grosse Beaches. Auf dem Rückweg werde ich an der Torrent Bay “ausgesetzt”. Ich nehme die 7.5km zur Bark Bay unter die Füsse. Ein angenehmer Walk (ca. 2,5 Stunden), der nicht mit wahnsinnigen Höhenunterscheiden aufwartet. Zeitweise erhascht man wunderschöne Ausblicke auf das Meer. Ein wackeliges Unterfangen ist die Falls River Brücke. Ab ein paar “Wanderer” kann ich nur den Kopf schütteln : Jeanshotpants und Tops aus denen fast was raus fällt, Balerinas und Flip Flops – really?!? Hab ich den Wegweiser “Fashionshow” oder “Club Tropicana” verpasst… Mal ehrlich, man braucht keine Steigeisen auf diesem Track, aber wenigstens Turnschuhe wären doch was. Umgekehrt sind die “richtigen” Wanderer (die den ganzen Track laufen, was ein paar Tage dauert) fast am hypern, wenn sie kurz das Tempo reduzieren müssen (ab und zu wird’s eng zum kreuzen). Die sind so in ihrem Trott, dass sie für die schöne Umgebung gar keine Verwendung haben. Gucken von ihren 30kg schweren Rücksäcken gepeinigt stets auf den Boden… na da hat sich die Reise nach Neuseeland ja gelohnt. Da ich am Ziel fast eine Stunde Zeit habe, ziehe ich meine Schuhe aus. S**t – verdammte Sandfliegen! Die kleinen Biester fressen mich fast auf. Daher ziehe ich meine Schuhe wieder an. Müde geht’s zurück nach Kaiteriteri respektive Motueka. Die Pasta Bolognese ist mehr als verdient und zudem eine gute Gelegenheit, alles Gemüse loszuwerden, dass sich sonst nicht mehr lange gehalten hätte ;-)

Die Fähr-Überfahrt bei schönem Wetter ist deutlich angenehmer als das letzte Mal. Zudem bietet sie ohne Nebel einige Fotosujets mehr. Nach 3 ½ Stunden kommen wir in Picton an. Und was für ein schöner Tag es im Norden der Südinsel ist. Ich entscheide mich dafür Richtung Nelson / Abel Tasman Nationalpark zu fahren. Das Wetter soll noch ein paar Tage halten. Als Nicht-Weintrinker kann ich die Strecke nach Nelson via SH 1, 62 & 6 ohne Stops durchziehen, den Queen Charlotte Drive lasse ich trotz Sightseeing-Potential aussen vor. Weinjunkies müssten hier wohl alle 10km anhalten, um jeden Tropfen zu degustieren. Weingut reiht sich hier an Weingut. Nelson liegt an der Tasman Bay und hat einen schönen Badestrand. Weiter geht’s via Richmond nach Motueka. Heute weiss ich noch nicht, dass ich auf dem lokalen Top 10 Camping Platz 3 Mal einkehren werde J . Es ist der bisher beste und gepflegteste Campingplatz in Neuseeland (inkl. Reise 2008). Riesenküche und Aufenthaltsraum mit Plasma-TV. Dusche (heiss), WaKü, Internetempfang, alles tiptop.

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